Cpt. Dead Tired protestiert gegen gefährlich lange Flugdienstzeiten

urzeit befindet sich ein Comicflugzeug mit müden, blutunterlaufenen Augen im Anflug auf die Städte Europas. Der putzige Flieger mit der Kapitänsmütze namens „Cpt. Dead Tired“ (zu Deutsch: „Kapitän Sterbensmüde“) entkommt dabei stets nur knapp dem Absturz durch Übermüdung. Cpt. Dead Tired erobert derzeit Facebook und ruft darin zur Unterschrift einer Petition gegen die Neuregelung von Flugdienstzeiten innerhalb der EU auf. Urheber der Aktion ist die Deutsche Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit, die bereits unter www.flugdienstzeiten.de seit ein paar Monaten unermüdlich auf einen Gesetzesentwurf der Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) aufmerksam macht. Seit dem 1. Oktober diesen Jahres liegt der endgültige Entwurf für eine Neuregelung der Flugdienstzeiten vor und dessen Inhalt liest sich für sicherheitsbewusste Flugreisende dramatisch. So soll es künftig für Fluggesellschaften legal möglich sein, ihre Piloten zu Schichten von bis zu 15 Stunden zu verpflichten, so dass ein Flugzeugführer, der seit über 20 Stunden auf den Beinen ist, ein vollbesetztes Passagierflugzeug landen muss. Was aberwitzig klingt, könnte schon im Sommer 2013 geltendes Gesetz sein. Nun kann man argumentieren, dass eine sicherheitsbewusste Airline niemals sein Personal und seine Passagiere einem solchen Risiko aussetzen würde. Sicherlich ist das auch richtig. Man kann sich aber auch vorstellen, dass gerade eine finanziell angeschlagene Airline schnell dabei wäre, zugunsten von Kostenersparnis die Sicherheit im Flugverkehr einzusparen. Und gerade im Bereich von Flugreisen hat sich in den letzten Jahren ein derart ruppiger Preiskampf entwickelt, dass das Vertrauen in einen Sieg der Vernunft gegenüber wirtschaftlichen Interessen wohl ein frommer Wunsch bleiben dürfte. Da sich die EASA bislang zudem außerordentlich taub gegenüber aktuellen Gutachten und Studien zum Thema Übermüdung im Cockpit zeigt (Hintergründe und Studien sind übersichtlich auf www.flugdienstzeiten.de zusammengetragen), muss man sich als sicherheitsbewusster Flugreisender fragen, wessen Interessen durch die EASA überhaupt vertreten werden. Die Vereinigung Cockpit ist sicherlich federführend bei der Organisation des Protestes gegen die EU-Regelung. Dass das Thema aber nicht nur Deutsche etwas angeht, zeigt die Beteiligung der Piloten-Gewerkschaften aus Spanien, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz sowie des europäischen Piloten-Dachverbandes, der European Cockpit Association (ECA).

Wer sich näher über das Thema informieren will, dem sei ein Besuch von www.flugdienstzeiten.de ans Herz gelegt. Dort kann man sich auch online in die Petition gegen den EASA-Entwurf eintragen, was bisher bereits über 80.000 Menschen aus ganz Europa getan haben. Cptn. Dead Tired kann auf Facebook verfolgt werden und versorgt Interessierte mit Updates und weiteren Fakten zum Thema Flugsicherheit.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Sicherheit abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>