Der Nürnberger Christkindlesmarkt

Weihnachtszeit ist Weihnachtsmarktzeit. Spätestens im Dezember strömen die Deutschen leidenschaftlich gerne auf die Weihnachtsmärkte der Republik, um mit Ihren Liebsten in andächtiger Atmosphäre, bei Glühwein und Würstchen die Weihnachtszeit einzuläuten. Keine größere Stadt Deutschlands kommt ohne Weihnachtsmarkt aus und kein Winter ist ohne mindestens einmaligen Besuch auf einem der Märkte komplett. Wer Weihnachtsmärkte als moderne Konsumeinrichtungen abtut, der tut der weihnachtlichen Institution allerdings Unrecht. Denn Weihnachtsmärkte haben in Deutschland eine lange Tradition, weshalb wir Ihnen heute einen der ältesten, größten und vielleicht den schönsten Weihnachtsmarkt des Landes näherbringen wollen: Den Nürnberger Christkindlesmarkt.

Der Christkindlesmarkt öffnet jedes Jahr am Freitag vor dem ersten Adventssonntag in der Nürnberger Altstadt seine Pforten und endet am 24. Dezember, solange dieser kein Sonntag ist. Pro Jahr besuchen in dieser Zeit etwa zwei Millionen Gäste den weihnachtlichen Zauber am Nürnberger Hauptmarkt. Die Geschichte des Christkindlesmarktes reicht mindestens zurück bis in das 17. Jahrhundert. Zwar sind sich die Historiker nicht ganz einig, welches der früheste Nachweis des Marktes ist, namentlich erwähnt wurde der Christkindlesmarkt aber bereits auf einem Fund aus dem Jahr 1628. War der Markt ursprünglich ein regulärer Wochenmarkt, wandelte er sich nach und nach zum reinen Weihnachtsmarkt, auf dem die Nürnberger Handwerker ihre Waren feilboten. Mittlerweile umfasst der Christkindlesmarkt etwa 180 Verkaufsbuden und ist damit einer der größten Weihnachtsmärkte in Deutschland. Auch im Ausland ist der Christkindlesmarktes sehr bekannt, weshalb beispielsweise allein aus Japan jährlich etwa 7.000 Touristen erwartet werden.

Die Stadt Nürnberg legt bei der Gestaltung des Christkindlesmarktes großen Wert darauf, dass die traditionelle Weihnachtsatmosphäre nicht verloren geht. Alle Buden sind aus Holz gebaut und mit traditionellem weiß-roten Stoff verziert. Billige Dekoration wie beispielsweise Tannengirlanden aus Plastik sind komplett verboten, während besonders schön gestaltete Buden prämiert werden. Das Warenangebot ist typisch für einen Weihnachtsmarkt, es finden sich aber auch sehr viele leckere regionale Spezialitäten aus Nürnberg und der Umgebung. Neben Glühwein, Lebkuchen und Würstchen findet man in etwa auch Nürnberger Früchtebrot, handgefertigten Christbaumschmuck und die Nürnberger Zwetschgenmännla, Figuren, die aus getrockneten Pflaumen hergestellt werden.

Eine weitere schöne Tradition des Chriskindlesmarktes ist die jährliche Wahl des Christkindes. Seit 1933 wählen die Nürnberger alljährlich ein Christkind, das die Hauptrolle während der feierlichen Eröffnung des Marktes spielt. Das Christkind muss weiblich sein, aus Nürnberg stammen, zwischen 16 und 19 Jahren alt, mindestens 1,60m groß und außerdem schwindelfrei sein. Vorgeschlagen wird das Christkind per Post und Internet von der Nürnberger Bevölkerung und letztendlich von einer Jury, die aus dem letzten Christkind und Vertretern der Stadt besteht, ausgewählt.

Wer auch nur einen Funken für Weihnachtsmärkte übrig hat, wird sich auf dem Christkindlesmarkt hervorragend amüsieren. Es gibt sicherlich wenige Orte, an denen man Weihnachtsstimmung so schön einfangen kann wie hier und die sowohl Nürnberger Würstchen als auch Lebkuchen gehören zu den besten, die Sie in Deutschland finden werden. Wir denken, dass selbst bekennende Verächter von Weihnachtsmärkten einen Besuch in Nürnberg riskieren sollten. Es könnte gut sein, dass der Christkindlesmarkt ihre Meinung ändern wird.

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